Eine Gobelin-Tischdecke hält viele Saisonen festlich gedeckter Tische aus — wenn Sie in den ersten fünf Minuten richtig reagieren. Eine Anleitung gegen Wein- und Wachsflecken – und dazu, wie Sie die Decke nach der Saison aufbewahren, damit sie im nächsten Jahr wie neu aussieht.
Ein Gobelin ist kein bedruckter Stoff. Das Muster ist eingewebt — in ein dichtes Gewebe, das dem Textil sein Relief, sein Gewicht und jene Tiefe gibt, für die man es wählt.
Genau diese Dichte ist der Grund, warum man einen Gobelin nicht wie eine gewöhnliche Tischdecke behandeln darf. Was zwischen die Fäden gelangt, bleibt dort — und durch Reiben franst das Gewebe aus. Ein herausgezogener Faden lässt sich nicht wieder einweben.
Eine Regel steht über allen anderen: Einen Fleck tupft man ab, man reibt ihn nicht.
Bei einem bereits eingetrockneten Fleck: ein Fleckenentferner für feine und bunte Textilien, ohne Chlor, nach Packungsangabe anwenden — und dann sehr sanft, kreisend und ohne Druck mit einer weichen Zahnbürste nacharbeiten.
Essig und Fleckenentferner zuerst an einer verdeckten Stelle testen (Rückseite, Saum). Färbt sich das weiße Tuch beim Andrücken, verwenden Sie sie nicht auf dem Fleck.
Den Überschuss sofort aufsaugen. Dann ein in kaltes Wasser getauchtes Tuch auftupfen, bis der Fleck keine Farbe mehr abgibt, und mit kaltem Wasser und einem Tropfen Handspülmittel nachreinigen.
Heißes Wasser macht aus Rotwein einen dauerhaften Braunton. Genau in dieser Situation wird am häufigsten mehr verdorben als gerettet.
Lassen Sie es vollständig erstarren — ein Eiswürfel im Beutel beschleunigt das. Die dicke Schicht dann vorsichtig mit dem Fingernagel oder der stumpfen Seite eines Messers abheben.
Auf den Rest legen Sie oben und unten weißes, unbedrucktes, saugfähiges Papier und bügeln auf niedrigster Stufe darüber; schieben Sie das Papier nach jedem Durchgang auf eine saubere Stelle und hören Sie auf, sobald es kein Wachs mehr aufnimmt. Farbiges Wachs kann einen farbigen Rest hinterlassen — der geht nur noch mit Feinwaschmittel und Geduld heraus.
Feste Reste zuerst mit einem Löffel von oben abnehmen, ohne sie zu verschmieren. Dann mit einem saugfähigen Pulver bestreuen: Kartoffelstärke (Erdäpfelstärke), Natron oder Babypuder. Dreißig bis sechzig Minuten einwirken lassen, abkehren und mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen Handspülmittel nachreinigen — hier ausnahmsweise lauwarm, weil sich Fett in kaltem Wasser nicht löst; heißes aber nach wie vor nicht.
Aufsaugen, dann ein Tuch auflegen, das in einer Lösung aus Tafel- oder Branntweinessig (5 %, keine Essigessenz) und Wasser im Verhältnis 1 : 3 getränkt ist. Etwa fünfzehn Minuten einwirken lassen und die Lösung mit einem sauberen, nur mit Wasser befeuchteten Tuch wieder herausdrücken.
Sofort kaltes Wasser. Bleibt eine Spur, Feinwaschmittel ohne Bleiche und fünfzehn bis zwanzig Minuten Einwirkzeit.
Am sichersten ist die Handwäsche in lauwarmem Wasser bis 30 °C. In der Waschmaschine nur im Feinwaschprogramm bis 30 °C, mit niedriger Schleuderdrehzahl und in einem Wäschenetz — das schützt das Relief vor dem Reiben an der Trommel. Ohne Bleichmittel.
Trocknen: die Tischdecke flach auf einem trockenen Handtuch ausbreiten, im Schatten und fern vom Heizkörper. Auf der Wäscheleine dehnt sie sich unter ihrem eigenen Gewicht und findet nicht mehr in ihre Form zurück.
Bügeln: von links, auf niedriger Stufe bis 110 °C, ohne Dampffunktion, durch ein feuchtes Tuch. Direktes Bügeln auf der Vorderseite drückt das Relief flach, und das Muster verliert seine Plastizität.
Solange der Fleck nicht ganz verschwunden ist, die Tischdecke weder bügeln noch mit Wärme trocknen — die Hitze fixiert ihn. (Ausnahme: Wachs, siehe oben.)
Die meisten Gobelins gehen nicht zu Weihnachten kaputt, sondern in den Monaten dazwischen.
Eine Gobelin-Tischdecke gehört zu den wenigen weihnachtlichen Dingen, die man nicht für eine Saison kauft. Mit dieser Pflege überdauert sie viele Saisonen — und genau deshalb ist sie in unserer Kollektion.